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Digital12. Januar 20264 Min. Lesezeit

Social Media Ermittlungen: Was Detektive auf Facebook & Co. finden

Erfahren Sie, wie Detektive Social Media für Ermittlungen nutzen. Facebook, Instagram, LinkedIn – welche Informationen sind öffentlich zugänglich?

Soziale Medien sind eine Goldgrube für Ermittler. Was Menschen freiwillig teilen, kann entscheidende Hinweise liefern – bei Untreue, Betrug oder Personensuchen. Dieser Artikel erklärt, wie professionelle Social-Media-Ermittlungen funktionieren.

Das Wichtigste im Überblick

  • Nur öffentliche Daten: Detektive nutzen ausschließlich frei zugängliche Informationen
  • Mehr als erwartet: Viele Nutzer unterschätzen, was öffentlich sichtbar ist
  • Alle Plattformen: Facebook, Instagram, LinkedIn, XING, Twitter und mehr
  • Archivierte Daten: Auch gelöschte Inhalte können manchmal gefunden werden
  • Legal und verwertbar: Öffentliche Social-Media-Daten sind vor Gericht nutzbar
  • Keine Tricks: Seriöse Detekteien hacken nicht und nutzen keine Fake-Profile

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie zur Online-Recherche durch Detektive (OSINT).

Was kann ein Detektiv auf Social Media finden?

Kurz: Alles, was öffentlich zugänglich ist – und das ist oft mehr, als Nutzer denken. Standorte, Beziehungsstatus, Freundeskreis, Aktivitäten und beruflicher Werdegang lassen sich häufig rekonstruieren.

Facebook

InformationWo zu findenHäufig öffentlich?
Profilfoto & NameProfilJa
FreundeslisteProfilOft ja
Check-insBeiträgeManchmal
GruppenmitgliedschaftenInfo-BereichOft ja
Kommentare in öffentlichen GruppenGruppenJa
Markierungen auf FotosFotos von FreundenVariiert
BeziehungsstatusInfo-BereichVariiert

Instagram

  • Öffentliche Profile: Alle Posts, Stories-Highlights, Follower/Following
  • Standort-Tags: Wo wurde das Foto aufgenommen?
  • Markierungen: Mit wem ist die Person unterwegs?
  • Hashtags: Interessen und Aktivitäten
  • Kommentare: Interaktionen mit anderen Nutzern

LinkedIn / XING

Besonders wertvoll für Wirtschaftsermittlungen:

  • Beruflicher Werdegang
  • Aktuelle Position und Arbeitgeber
  • Ausbildung und Qualifikationen
  • Geschäftskontakte und Empfehlungen
  • Firmenbeteiligungen

Twitter / X

  • Öffentliche Tweets und Retweets
  • Follower und Following
  • Interaktionen und Diskussionen
  • Standortangaben in Tweets
  • Interessenprofile durch Likes

Typische Ermittlungsszenarien

Kurz: Social-Media-Recherche wird bei Untreue-Verdacht, Personensuchen, Hintergrundchecks und Betrugsfällen eingesetzt – oft als erster Ermittlungsschritt.

Untreue-Ermittlung

Social Media kann Hinweise auf eine Affäre liefern:

  • Verdächtige Interaktionen mit bestimmten Personen
  • Check-ins an unerwarteten Orten
  • Neue Kontakte mit auffälligem Interaktionsmuster
  • Diskrepanz zwischen angegebenen und tatsächlichen Aufenthalten

Personensuche

Bei der Personensuche helfen Social Media:

  • Aktuelle Wohnorte durch Check-ins
  • Arbeitgeber über LinkedIn
  • Kontaktpersonen und Familienangehörige
  • E-Mail-Adressen und Telefonnummern (wenn geteilt)

Mitarbeiterüberprüfung

Für Background Checks:

  • Übereinstimmung Lebenslauf und Online-Profil
  • Kritische Äußerungen über frühere Arbeitgeber
  • Hinweise auf problematisches Verhalten
  • Qualifikationsnachweise und Referenzen

Betrugsfälle

Bei Romance Scam und anderen Betrugsformen:

  • Überprüfung von Identitätsangaben
  • Reverse Image Search für Profilbilder
  • Analyse des Account-Alters und der Aktivität
  • Verbindungen zu bekannten Betrugsnetzwerken

Was Detektive NICHT dürfen

Kurz: Hacken, Einloggen mit fremden Daten und Täuschung zur Freundschaftsannahme sind verboten. Seriöse Ermittler beschränken sich auf öffentlich zugängliche Informationen.

Verbotene Methoden

❌ Hacken von Accounts ❌ Einloggen mit gestohlenen Passwörtern ❌ Fake-Profile zur Kontaktaufnahme ❌ Social Engineering zum Erhalt von Zugangsdaten ❌ Auslesen privater Nachrichten

Erlaubte Methoden

✅ Auswertung öffentlicher Profile ✅ Analyse von öffentlichen Kommentaren ✅ Reverse Image Search für Profilbilder ✅ Archiv-Recherche (Wayback Machine) ✅ Verknüpfung von Informationen aus verschiedenen Quellen

Mehr dazu im Artikel Was Detektive nicht dürfen.

Auch gelöschte Inhalte können gefunden werden

Kurz: Das Internet vergisst nicht. Gelöschte Posts können über Archive, Google Cache oder Screenshots von Dritten noch zugänglich sein.

Quellen für gelöschte Inhalte

  1. Wayback Machine: Archiviert Webseiten automatisch
  2. Google Cache: Temporäre Kopien von Webseiten
  3. Screenshots von Dritten: Wurden Inhalte geteilt?
  4. Datenbank-Leaks: Bei Sicherheitslücken gespeicherte Daten

Was das für Sie bedeutet

  • Einmal veröffentlicht = potenziell dauerhaft dokumentiert
  • Privatsphäre-Einstellungen nachträglich ändern hilft nur bedingt
  • Vor Veröffentlichung nachdenken: Wäre das vor Gericht problematisch?

Fazit: Social Media ist ein offenes Buch

Für professionelle Ermittler sind soziale Medien eine wertvolle Informationsquelle. Was öffentlich geteilt wird, kann legal ausgewertet und als Beweis verwendet werden.

Wichtig für Betroffene:

  • Überprüfen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen
  • Bedenken Sie, was Sie öffentlich teilen
  • Frühere Posts können noch zugänglich sein

Wichtig für Auftraggeber:

  • Social-Media-Recherche ist oft der effizienteste erste Schritt
  • Legale Methoden liefern gerichtsverwertbare Ergebnisse
  • Professionelle Ermittler dokumentieren alle Quellen

Fragen zur Social-Media-Recherche? Wir beraten Sie kostenlos zu den Möglichkeiten.

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Häufige Fragen

Nein, auf private Profile haben Detektive keinen Zugriff – es sei denn, Inhalte werden von Freunden geteilt oder waren früher öffentlich und wurden archiviert.
Alles, was öffentlich ist: Posts, Fotos, Check-ins, Freundeslisten, Kommentare, Gruppenmitgliedschaften, beruflicher Werdegang auf LinkedIn, und oft mehr als den Nutzern bewusst ist.
Ja, die Auswertung öffentlich zugänglicher Informationen ist legal. Verboten sind: Hacken von Accounts, Einloggen mit fremden Daten, Täuschung zur Freundschaftsannahme.
Nein, diese Information ist für Dritte nicht zugänglich. Entsprechende Behauptungen sind falsch oder beziehen sich auf illegale Methoden.
Manchmal sind gelöschte Posts über Archive (Wayback Machine) oder Google Cache noch zugänglich. Auch Screenshots von Dritten können als Beweise dienen.
Seriöse Detektive verzichten auf Fake-Profile zur Kontaktaufnahme, da dies rechtlich problematisch sein kann. OSINT-Recherche beschränkt sich auf öffentlich zugängliche Informationen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Artikelserie:

Online-Recherche durch DetektiveZum Hauptartikel →

Quellen

Social MediaOSINTFacebookInstagramLinkedInOnline-Recherche