Der Verdacht auf Fremdgehen ist emotional belastend – und viele Betroffene wollen Gewissheit. Aber welche Methoden sind erlaubt, um Untreue zu beweisen? Und was droht, wenn Sie die rechtlichen Grenzen überschreiten?
Dieser Ratgeber erklärt die Rechtslage in Deutschland: was Sie tun dürfen, was verboten ist und wie professionelle Ermittler legal gerichtsverwertbare Beweise sichern.
Das Wichtigste im Überblick
- •Ehebruch nicht strafbar: In Deutschland seit 1969 kein Straftatbestand mehr
- •Erlaubt: Observation im öffentlichen Raum, Fotos draußen, legale Recherche
- •Verboten: Abhören, Handy-Spionage, Hacken, Privatraum-Überwachung
- •Strafbar: §201 StGB (Abhören), §202a StGB (Hacken), §201a StGB (Intimsphäre)
- •Konsequenz: Illegale Beweise sind nicht verwertbar + Sie werden strafbar
- •Lösung: Professionelle Detektei arbeitet legal und gerichtsfest
Die rechtliche Grundlage: Ehebruch in Deutschland
Kurz: Ehebruch ist in Deutschland seit 1969 nicht mehr strafbar. Er kann jedoch zivilrechtliche Folgen haben – bei Unterhalts- und Sorgerechtsstreitigkeiten oder als Grund für eine Härtefallscheidung.
Warum Fremdgehen nicht strafbar ist
Bis 1969 war Ehebruch in Deutschland ein Straftatbestand (§172 StGB a.F.). Mit der großen Strafrechtsreform wurde er abgeschafft. Die Begründung: Der Staat soll sich nicht in die private Lebensführung erwachsener Menschen einmischen.
Wo Untreue trotzdem Konsequenzen hat
Auch wenn Fremdgehen nicht strafbar ist, kann es rechtliche Folgen haben:
| Bereich | Mögliche Auswirkung |
|---|---|
| Unterhalt | Neue eheähnliche Gemeinschaft kann Unterhalt reduzieren |
| Scheidung | Härtefallscheidung ohne Trennungsjahr möglich |
| Sorgerecht | Lebenswandel kann bei Kindeswohlentscheidungen relevant sein |
| Vermögen | Verschwendung von Ehevermögen für Affäre kann ausgeglichen werden |
Was ist erlaubt? Legale Methoden der Beweissicherung
Kurz: Erlaubt sind alle Methoden, die auch normalen Bürgern zustehen: Beobachtung im öffentlichen Raum, Fotodokumentation außerhalb der Privatsphäre und Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen.
Observation im öffentlichen Raum
Sie oder ein Detektiv dürfen eine Person im öffentlichen Raum beobachten:
✅ Erlaubt:
- •Auf öffentlichen Straßen und Plätzen
- •In Restaurants, Cafés, Bars (von außen oder als Gast)
- •Beim Betreten von Hotels oder Wohnhäusern
- •Auf Parkplätzen
⚠️ Grenzbereich:
- •Im Restaurant am Nebentisch (diskret, nicht belästigend)
- •Auf frei zugänglichen Privatgeländen (z.B. Supermarktparkplatz)
❌ Verboten:
- •In Privatwohnungen oder -gärten
- •In Umkleiden, Toiletten
- •Im höchstpersönlichen Lebensbereich
Fotos und Videos
Die Fotodokumentation ist ein wichtiges Beweismittel – aber nur unter bestimmten Bedingungen:
| Situation | Erlaubt? |
|---|---|
| Treffen auf öffentlicher Straße | ✅ Ja |
| Betreten eines Hotels zusammen | ✅ Ja |
| Am Strand, im Park | ✅ Ja |
| Durch Fenster in Wohnung | ❌ Nein |
| Auf privatem Grundstück | ❌ Nein |
| Intime Situationen | ❌ Absolut nein |
Die Faustregel: Nur fotografieren, was auch ein zufälliger Passant sehen könnte.
Recherche in öffentlichen Quellen
Sie dürfen frei zugängliche Informationen recherchieren:
✅ Erlaubt:
- •Öffentliche Social-Media-Profile (Facebook, Instagram, LinkedIn)
- •Öffentliche Register (Handelsregister, Grundbuch bei berechtigtem Interesse)
- •Google-Suche nach Namen
- •Öffentliche Foreneinträge
❌ Verboten:
- •Hacken von gesperrten Accounts
- •Zugang mit fremden Passwörtern
- •Bestechung von Informanten
Gespräche und Befragungen
✅ Erlaubt:
- •Ihren Partner direkt fragen
- •Dritte freiwillig befragen ("Hast du gesehen, wo mein Mann war?")
- •Informationen annehmen, die freiwillig gegeben werden
❌ Verboten:
- •Dritte zur Aussage nötigen
- •Falsche Identität bei Befragung vortäuschen
- •Gespräche heimlich aufzeichnen (§201 StGB)
Was ist verboten? Die roten Linien
Kurz: Absolut verboten sind alle Eingriffe in die Kommunikation (Abhören, Hacken), Überwachung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und Methoden, die Straftatbestände erfüllen.
Abhören und Aufzeichnen (§201 StGB)
Straftat: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
Verboten ist:
- •Telefonate abhören oder mitschneiden
- •Gespräche heimlich aufzeichnen (auch persönlich anwesende)
- •Sprachnachrichten abhören
- •Videokonferenzen aufzeichnen
Strafe: Bis zu 3 Jahre Gefängnis oder Geldstrafe
Auch verboten: Das so gewonnene Material anderen mitzuteilen oder zu nutzen.
Handy-Spionage und Hacken (§202a StGB)
Straftat: Ausspähen von Daten
Verboten ist:
- •Handys ohne Zustimmung durchsuchen
- •Spyware oder Überwachungs-Apps installieren
- •E-Mail-Accounts hacken oder einloggen
- •Messenger-Nachrichten lesen (WhatsApp, Signal etc.)
- •Passwörter knacken
Strafe: Bis zu 3 Jahre Gefängnis oder Geldstrafe
Wichtig: Auch das Passwort kennen (weil der Partner es mal verraten hat) berechtigt nicht zum regelmäßigen Zugriff!
Intimsphäre überwachen (§201a StGB)
Straftat: Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs
Verboten ist:
- •Aufnahmen in Privaträumen (durch Fenster, versteckte Kameras)
- •Aufnahmen von sexuellen Handlungen
- •Aufnahmen von Nacktheit
- •Aufnahmen in Umkleiden, Toiletten, Bädern
Strafe: Bis zu 2 Jahre Gefängnis oder Geldstrafe
GPS-Tracking
Rechtlich kompliziert:
| Situation | Bewertung |
|---|---|
| Eigenes Fahrzeug tracken | ✅ Erlaubt |
| Gemeinsames Fahrzeug | ⚠️ Graubereich |
| Fahrzeug des Partners allein | ❌ Problematisch |
| Fremdes Fahrzeug | ❌ Möglicherweise Nachstellung (§238 StGB) |
Empfehlung: Im Zweifel darauf verzichten – die rechtliche Lage ist unsicher und kann als Stalking gewertet werden.
Konsequenzen illegaler Methoden
Kurz: Wer illegale Methoden nutzt, macht sich selbst strafbar, kann die Beweise nicht verwerten und schwächt seine Position im Verfahren erheblich.
Sie machen sich strafbar
| Methode | Straftatbestand | Strafe |
|---|---|---|
| Abhören | §201 StGB | Bis 3 Jahre |
| Hacken | §202a StGB | Bis 3 Jahre |
| Intimfotos | §201a StGB | Bis 2 Jahre |
| Stalking | §238 StGB | Bis 3 Jahre |
Die Beweise sind wertlos
Illegal erlangte Beweise:
- •Werden vor Gericht nicht zugelassen
- •Können nicht in Scheidungs- oder Unterhaltsverfahren verwendet werden
- •Schaden Ihrer Glaubwürdigkeit
Das Paradox: Sie haben Beweise, dürfen sie aber nicht nutzen.
Ihre Position wird geschwächt
Wenn Sie erwischt werden:
- •Strafanzeige gegen Sie möglich
- •Ihr Partner wird zum "Opfer"
- •Ihre Glaubwürdigkeit ist beschädigt
- •Verhandlungsposition verschlechtert sich
Warum ein Detektiv die bessere Wahl ist
Kurz: Ein professioneller Detektiv kennt die rechtlichen Grenzen, arbeitet mit legalen Methoden, dokumentiert gerichtsverwertbar und bewahrt Sie vor emotionalen und rechtlichen Fehltritten.
Die Vorteile professioneller Ermittlung
| Aspekt | Eigene Ermittlung | Detektiv |
|---|---|---|
| Rechtliches Risiko | Hoch | Minimal |
| Emotionale Belastung | Sehr hoch | Gering |
| Entdeckungsgefahr | Hoch | Minimal |
| Gerichtsverwertbarkeit | Fraglich | Gewährleistet |
| Objektivität | Keine | Gegeben |
Was ein Detektiv anders macht
- •Kennt die Grenzen: Weiß genau, was erlaubt ist und was nicht
- •Professionelle Distanz: Keine emotionalen Fehler
- •Erfahrung: Weiß, wie man unentdeckt bleibt
- •Dokumentation: Erstellt gerichtsverwertbare Berichte
- •Als Zeuge: Kann vor Gericht aussagen
Der Ablauf einer professionellen Ermittlung
- •Erstberatung: Kostenlos, vertraulich, ehrlich
- •Planung: Basierend auf Ihren Informationen
- •Observation: Im öffentlichen Raum, diskret
- •Dokumentation: Fotos, Zeiten, Orte
- •Bericht: Chronologisch, unterschrieben, verwertbar
Mehr dazu: Detektei beauftragen – Ablauf
Spezialfall: Gemeinsame Wohnung
Kurz: Auch in der gemeinsamen Wohnung gelten Persönlichkeitsrechte. Das heimliche Überwachen des Partners ist auch im eigenen Zuhause problematisch.
Was ist in der gemeinsamen Wohnung erlaubt?
| Maßnahme | Bewertung |
|---|---|
| Partner direkt fragen | ✅ Erlaubt |
| Offen in gemeinsamen Räumen sein | ✅ Erlaubt |
| Versteckte Kameras installieren | ❌ Verboten |
| Gespräche heimlich aufzeichnen | ❌ Verboten (§201 StGB) |
| Handy durchsuchen | ❌ Verboten (§202a StGB) |
| Tagebuch lesen | ⚠️ Problematisch (Persönlichkeitsrecht) |
Das Prinzip
Auch Ehepartner haben Anspruch auf einen Kernbereich privater Lebensgestaltung. Dieser darf nicht überwacht werden – auch nicht in der gemeinsamen Wohnung.
Beweise richtig nutzen
Kurz: Legal gesicherte Beweise können bei Scheidung, Unterhaltsstreitigkeiten und Sorgerechtsverfahren eingesetzt werden. Besprechen Sie die Verwertung mit einem Anwalt.
Wo Beweise relevant werden
| Verfahren | Relevanz der Beweise |
|---|---|
| Scheidung | Härtefallgrund, Schuldfrage |
| Unterhalt | Eheähnliche Gemeinschaft, Einkommen |
| Sorgerecht | Lebenswandel, Kindeswohl |
| Vermögen | Verschwendung von Ehevermögen |
Der richtige Umgang mit Beweisen
- •Nicht selbst konfrontieren: Erst Anwalt konsultieren
- •Beweise sichern: Original aufbewahren, Kopien machen
- •Anwalt einbeziehen: Rechtliche Bewertung
- •Strategie entwickeln: Wann und wie einsetzen?
- •Detektiv als Zeuge: Bei Bedarf laden
Fazit: Legal ermitteln, sicher beweisen
Das Beweisen von Fremdgehen ist möglich – aber nur mit legalen Mitteln. Die Versuchung, zum Handy zu greifen oder Nachrichten zu lesen, ist verständlich. Aber die Konsequenzen können verheerend sein: Sie machen sich strafbar, die Beweise sind wertlos, und Sie schwächen Ihre eigene Position.
Ein professioneller Detektiv ist die sichere Alternative: Er kennt die Grenzen, arbeitet legal und liefert Beweise, die vor Gericht Bestand haben.
Sie haben einen konkreten Verdacht? Lassen Sie uns in einem vertraulichen Erstgespräch besprechen, wie wir Ihnen helfen können – legal, diskret und professionell.
Häufige Fragen
Vertiefende Artikel zu diesem Thema
5 ArtikelQuellen
- § 201 StGB - Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes – Strafbarkeit von Abhörmaßnahmen
- § 201a StGB - Höchstpersönlicher Lebensbereich – Schutz der Intimsphäre
- § 202a StGB - Ausspähen von Daten – Strafbarkeit von Hacken und Spionage
- Wikipedia - Ehebruch – Historische und rechtliche Einordnung
- BGB Familienrecht – Auswirkungen auf Unterhaltsansprüche