Sie haben den Verdacht, dass Ihr Partner fremdgeht, und möchten Beweise sammeln. Verständlich – aber Vorsicht: Viele gut gemeinte Aktionen sind illegal und können Sie selbst strafbar machen oder Ihre Position vor Gericht schwächen.
In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, welche Beweise legal sind, wie Sie diese sichern und wann Sie besser einen Profi einschalten sollten.
Das Wichtigste im Überblick
- •Legale Methoden: Eigene Beobachtungen, Fotos im öffentlichen Raum, Kontoauszüge
- •Illegal und strafbar: Handy durchsuchen, GPS-Tracker, Abhören
- •Gerichtsverwertbar: Nur legal beschaffte Beweise zählen vor Gericht
- •Selbstermittlung riskant: Entdeckung gefährdet weitere Beweise
- •Profi-Vorteile: Rechtssicherheit, Diskretion, Erfahrung
- •Scheidung: Beweise nicht zwingend nötig, aber hilfreich
Voraussetzungen: Was Sie wissen müssen
Kurz: Bevor Sie Beweise sammeln, müssen Sie die rechtlichen Grenzen kennen. In der Ehe haben beide Partner ein Recht auf Privatsphäre. Illegale Beweisbeschaffung ist strafbar und vor Gericht wertlos.
Rechtliche Grundlage verstehen
Wichtige Grundsätze:
| Prinzip | Bedeutung |
|---|---|
| Privatsphäre in der Ehe | Auch Ehepartner haben Persönlichkeitsrechte |
| Beweisverwertungsverbot | Illegal beschaffte Beweise werden nicht zugelassen |
| Zerrüttungsprinzip | Für Scheidung reicht Zerrüttung, kein Schuldnachweis |
| Relevanz für Folgen | Beweise wichtig für Unterhalt, Sorgerecht, Vermögen |
Wofür brauchen Sie überhaupt Beweise?
Nicht für die Scheidung selbst – Deutschland kennt seit 1976 keine "Schuldscheidung" mehr. Aber Beweise sind relevant für:
- •Unterhaltsansprüche: Untreue kann Unterhaltsansprüche beeinflussen
- •Sorgerecht: Bei Vernachlässigung der Kinder
- •Vermögensaufteilung: Bei Verschwendung gemeinsamer Mittel
- •Eigene Gewissheit: Für Ihre Entscheidungsfindung
Schritt 1: Legale Beobachtungen dokumentieren
Kurz: Beginnen Sie mit eigenen, legalen Beobachtungen. Notieren Sie Ungereimtheiten, Veränderungen im Verhalten und verdächtige Situationen – aber ohne in die Privatsphäre einzugreifen.
Was Sie dokumentieren können
Legen Sie ein Tagebuch an mit:
- •Datum und Uhrzeit jeder Beobachtung
- •Verhalten: Was genau haben Sie beobachtet?
- •Aussagen: Was hat Ihr Partner gesagt?
- •Widersprüche: Wo stimmen Aussagen nicht überein?
- •Veränderungen: Neues Verhalten, neue Gewohnheiten
Beispiel für eine Dokumentation
15.11.2025, 19:30 Uhr:
Partner behauptete, bei Überstunden zu sein.
Sein Auto stand nicht auf dem Firmenparkplatz
(bin zufällig vorbeigefahren).
Kam um 22:15 nach Hause, roch nach fremdem Parfüm.
Was Sie NICHT tun dürfen
- •❌ Handy oder Computer durchsuchen
- •❌ E-Mails oder Nachrichten lesen
- •❌ Passwörter knacken
- •❌ GPS-Tracker am Auto anbringen
- •❌ Gespräche heimlich aufnehmen
Schritt 2: Öffentlich zugängliche Informationen nutzen
Kurz: Sie dürfen öffentlich verfügbare Informationen sammeln – Social Media Posts, öffentliche Veranstaltungen oder Beobachtungen im öffentlichen Raum sind legal.
Social Media als Quelle
Was Sie prüfen dürfen:
- •Öffentliche Posts Ihres Partners
- •Markierungen auf Bildern
- •Check-ins an Orten
- •Freundschaftsanfragen (wer ist neu?)
- •Kommentare und Interaktionen
Achtung: Einloggen in das Konto Ihres Partners ohne Erlaubnis ist illegal!
Eigene Beobachtungen im öffentlichen Raum
Legal ist:
- •✅ Beobachtung auf öffentlicher Straße
- •✅ Fotos von Personen im öffentlichen Raum
- •✅ Notieren von Kennzeichen
- •✅ Besuche von öffentlichen Lokalen
Illegal ist:
- •❌ Verfolgung in private Bereiche
- •❌ Fotografieren durch Fenster
- •❌ Stalking oder Belästigung
Schritt 3: Finanzielle Spuren prüfen
Kurz: Bei gemeinsamen Konten haben Sie Zugriff auf Kontoauszüge. Diese können verdächtige Ausgaben offenlegen – Hotels, Restaurants, Geschenke – und sind vor Gericht verwertbar.
Was Sie prüfen dürfen
Bei gemeinsamen Konten:
- •Kontoauszüge anfordern
- •Kreditkartenabrechnungen einsehen
- •Ungewöhnliche Abbuchungen markieren
- •Bargeldabhebungen notieren
Verdächtige Muster erkennen
| Ausgabe | Mögliche Bedeutung |
|---|---|
| Hotels in der Stadt | Treffen mit jemand anderem |
| Restaurants zu Überstunden-Zeiten | Dinner-Date statt Arbeit |
| Schmuck, Parfüm (nicht für Sie) | Geschenke für jemand anders |
| Ungewöhnlich hohe Bargeldabhebungen | Spuren verwischen |
Grenzen beachten
- •Nur gemeinsame Konten – nicht die privaten Konten des Partners
- •Keine Bankauskünfte über den Partner einholen
- •Keine Manipulation von Kontodaten
Schritt 4: Zeugen identifizieren
Kurz: Zeugenaussagen sind vor Gericht verwertbar. Freunde, Nachbarn oder Kollegen können relevante Beobachtungen gemacht haben – aber fragen Sie diskret.
Mögliche Zeugen
- •Gemeinsame Freunde (vorsichtig – Loyalitätskonflikt)
- •Nachbarn
- •Kollegen des Partners
- •Hotelmitarbeiter (wenn Sie konkrete Hinweise haben)
Richtig vorgehen
- •Diskret fragen: Keine Gerüchte verbreiten
- •Offen bleiben: "Ist dir was aufgefallen?"
- •Dokumentieren: Wer hat was wann gesagt?
- •Nichts erzwingen: Zeugen müssen freiwillig aussagen
Schritt 5: Professionelle Hilfe einschalten
Kurz: Wenn Sie gerichtsverwertbare Beweise brauchen oder das Risiko der Selbstermittlung zu hoch ist, ist ein professioneller Detektiv die sicherste Wahl. Die Erstberatung ist kostenlos.
Wann ein Detektiv sinnvoll ist
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Sie brauchen Gerichtsbeweise | ✅ Detektiv |
| Eigene Ermittlung wurde bemerkt | ✅ Detektiv |
| Emotionale Belastung zu hoch | ✅ Detektiv |
| Nur Gewissheit für sich selbst | ⚖️ Abwägen |
| Kein konkreter Verdacht | ❌ Erst beobachten |
Was ein Detektiv leistet
Eine professionelle Observation bei Untreue:
- •Vorbereitung: Informationen zur Zielperson sammeln
- •Observation: Diskrete Überwachung
- •Dokumentation: Fotos, Videos, Protokolle
- •Bericht: Gerichtsverwertbarer Abschlussbericht
- •Aussage: Detektiv kann als Zeuge auftreten
Typischer Ablauf
Tag 1: Erstberatung (kostenlos)
→ Situation schildern, Machbarkeit prüfen
Tag 2-3: Vorbereitung
→ Informationen zusammentragen, Einsatz planen
Tag 4-8: Observation
→ 3-5 Tage diskrete Überwachung
Tag 9: Abschlussbericht
→ Ergebnisse, Fotos, Empfehlungen
Häufige Fehler bei der Beweissammlung
Kurz: Die größten Fehler sind illegale Methoden (Handy durchsuchen), zu frühe Konfrontation, emotionales Handeln und Selbstüberschätzung. Diese Fehler können Ihre Position erheblich schwächen.
Fehler 1: Illegale Methoden anwenden
Das Problem: Handy durchsuchen, E-Mails lesen, GPS-Tracker – alles illegal.
Die Konsequenzen:
- •Beweise vor Gericht wertlos
- •Sie machen sich selbst strafbar
- •Partner kann Sie anzeigen
Besser: Legal beschaffte Beweise sind weniger, aber verwertbar.
Fehler 2: Zu früh konfrontieren
Das Problem: Mit halbfertigen Beweisen konfrontieren.
Die Konsequenzen:
- •Partner streitet alles ab
- •Verhaltensänderung macht weitere Beweise schwerer
- •Emotionale Eskalation
Besser: Erst Beweise sichern, dann konfrontieren (oder direkt zum Anwalt).
Fehler 3: Emotional handeln
Das Problem: Wut, Trauer, Eifersucht vernebeln das Urteil.
Die Konsequenzen:
- •Fehler durch Unachtsamkeit
- •Überreaktion (Stalking, Gewalt)
- •Selbstschädigendes Verhalten
Besser: Unterstützung suchen, rational planen.
Fehler 4: DIY überschätzen
Das Problem: "Ich kann das selbst besser als ein Detektiv."
Die Konsequenzen:
- •Entdeckung durch den Partner
- •Illegale Handlungen aus Unwissen
- •Keine gerichtsverwertbaren Beweise
Besser: Ehrlich einschätzen, wann Profi-Hilfe sinnvoll ist.
Checkliste: Legale Beweissammlung
Kurz: Nutzen Sie diese Checkliste, um sicherzustellen, dass Sie nur legale Methoden verwenden und keine Fehler machen.
Vor der Beweissammlung
- • Rechtliche Grenzen verstanden
- • Ziel der Beweissammlung klar (Scheidung? Gewissheit?)
- • Emotionale Unterstützung organisiert
- • Budget für eventuelle Profi-Hilfe überlegt
Legale Methoden nutzen
- • Eigene Beobachtungen dokumentieren
- • Öffentliche Social-Media-Beiträge sichern
- • Gemeinsame Kontoauszüge prüfen
- • Fotos nur im öffentlichen Raum
Verbotene Methoden vermeiden
- • KEIN Handy/Computer durchsuchen
- • KEIN GPS-Tracking
- • KEINE heimlichen Aufnahmen
- • KEIN Einbruch in Konten/Profile
Bei Bedarf Hilfe holen
- • Kostenlose Erstberatung nutzen
- • Profi bei Bedarf beauftragen
- • Anwalt für rechtliche Fragen
Fazit: Beweise richtig sammeln
Die Versuchung ist groß, alle verfügbaren Mittel zu nutzen, um die Wahrheit herauszufinden. Aber illegale Beweise schaden mehr als sie nutzen – vor Gericht sind sie wertlos, und Sie machen sich strafbar.
Konzentrieren Sie sich auf legale Methoden: eigene Beobachtungen, öffentliche Informationen, gemeinsame Finanzdaten. Wenn Sie gerichtsverwertbare Beweise brauchen, ist ein professioneller Detektiv die sicherste und effektivste Lösung.
Unsicher, welche Beweise Sie brauchen? In einer kostenlosen Erstberatung klären wir Ihre Situation und zeigen Ihnen die besten Optionen.
Häufige Fragen
Dieser Artikel ist Teil unserer Artikelserie:
Quellen
- § 202a StGB - Ausspähen von Daten – Strafbarkeit von Datenausspähung
- § 201 StGB - Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes – Strafbarkeit heimlicher Aufnahmen
- BGB § 1565 - Scheitern der Ehe – Voraussetzungen für Ehescheidung
- Wikipedia - Beweis (Recht) – Allgemeine Informationen zum Beweisrecht