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Partnerschaft14. November 20257 Min. Lesezeit

Beweise für Ehebruch sammeln – aber richtig 2026

Beweise für Ehebruch sammeln: ✓ Legale Methoden ✓ Was vor Gericht zählt ✓ Typische Fehler vermeiden ✓ Wann Profi einschalten? Die komplette Anleitung!

Sie haben den Verdacht, dass Ihr Partner fremdgeht, und möchten Beweise sammeln. Verständlich – aber Vorsicht: Viele gut gemeinte Aktionen sind illegal und können Sie selbst strafbar machen oder Ihre Position vor Gericht schwächen.

In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, welche Beweise legal sind, wie Sie diese sichern und wann Sie besser einen Profi einschalten sollten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Legale Methoden: Eigene Beobachtungen, Fotos im öffentlichen Raum, Kontoauszüge
  • Illegal und strafbar: Handy durchsuchen, GPS-Tracker, Abhören
  • Gerichtsverwertbar: Nur legal beschaffte Beweise zählen vor Gericht
  • Selbstermittlung riskant: Entdeckung gefährdet weitere Beweise
  • Profi-Vorteile: Rechtssicherheit, Diskretion, Erfahrung
  • Scheidung: Beweise nicht zwingend nötig, aber hilfreich

Voraussetzungen: Was Sie wissen müssen

Kurz: Bevor Sie Beweise sammeln, müssen Sie die rechtlichen Grenzen kennen. In der Ehe haben beide Partner ein Recht auf Privatsphäre. Illegale Beweisbeschaffung ist strafbar und vor Gericht wertlos.

Rechtliche Grundlage verstehen

Wichtige Grundsätze:

PrinzipBedeutung
Privatsphäre in der EheAuch Ehepartner haben Persönlichkeitsrechte
BeweisverwertungsverbotIllegal beschaffte Beweise werden nicht zugelassen
ZerrüttungsprinzipFür Scheidung reicht Zerrüttung, kein Schuldnachweis
Relevanz für FolgenBeweise wichtig für Unterhalt, Sorgerecht, Vermögen

Wofür brauchen Sie überhaupt Beweise?

Nicht für die Scheidung selbst – Deutschland kennt seit 1976 keine "Schuldscheidung" mehr. Aber Beweise sind relevant für:

  • Unterhaltsansprüche: Untreue kann Unterhaltsansprüche beeinflussen
  • Sorgerecht: Bei Vernachlässigung der Kinder
  • Vermögensaufteilung: Bei Verschwendung gemeinsamer Mittel
  • Eigene Gewissheit: Für Ihre Entscheidungsfindung

Schritt 1: Legale Beobachtungen dokumentieren

Kurz: Beginnen Sie mit eigenen, legalen Beobachtungen. Notieren Sie Ungereimtheiten, Veränderungen im Verhalten und verdächtige Situationen – aber ohne in die Privatsphäre einzugreifen.

Was Sie dokumentieren können

Legen Sie ein Tagebuch an mit:

  • Datum und Uhrzeit jeder Beobachtung
  • Verhalten: Was genau haben Sie beobachtet?
  • Aussagen: Was hat Ihr Partner gesagt?
  • Widersprüche: Wo stimmen Aussagen nicht überein?
  • Veränderungen: Neues Verhalten, neue Gewohnheiten

Beispiel für eine Dokumentation

15.11.2025, 19:30 Uhr:
Partner behauptete, bei Überstunden zu sein.
Sein Auto stand nicht auf dem Firmenparkplatz
(bin zufällig vorbeigefahren).
Kam um 22:15 nach Hause, roch nach fremdem Parfüm.

Was Sie NICHT tun dürfen

  • ❌ Handy oder Computer durchsuchen
  • ❌ E-Mails oder Nachrichten lesen
  • ❌ Passwörter knacken
  • ❌ GPS-Tracker am Auto anbringen
  • ❌ Gespräche heimlich aufnehmen

Schritt 2: Öffentlich zugängliche Informationen nutzen

Kurz: Sie dürfen öffentlich verfügbare Informationen sammeln – Social Media Posts, öffentliche Veranstaltungen oder Beobachtungen im öffentlichen Raum sind legal.

Social Media als Quelle

Was Sie prüfen dürfen:

  • Öffentliche Posts Ihres Partners
  • Markierungen auf Bildern
  • Check-ins an Orten
  • Freundschaftsanfragen (wer ist neu?)
  • Kommentare und Interaktionen

Achtung: Einloggen in das Konto Ihres Partners ohne Erlaubnis ist illegal!

Eigene Beobachtungen im öffentlichen Raum

Legal ist:

  • ✅ Beobachtung auf öffentlicher Straße
  • ✅ Fotos von Personen im öffentlichen Raum
  • ✅ Notieren von Kennzeichen
  • ✅ Besuche von öffentlichen Lokalen

Illegal ist:

  • ❌ Verfolgung in private Bereiche
  • ❌ Fotografieren durch Fenster
  • ❌ Stalking oder Belästigung

Schritt 3: Finanzielle Spuren prüfen

Kurz: Bei gemeinsamen Konten haben Sie Zugriff auf Kontoauszüge. Diese können verdächtige Ausgaben offenlegen – Hotels, Restaurants, Geschenke – und sind vor Gericht verwertbar.

Was Sie prüfen dürfen

Bei gemeinsamen Konten:

  • Kontoauszüge anfordern
  • Kreditkartenabrechnungen einsehen
  • Ungewöhnliche Abbuchungen markieren
  • Bargeldabhebungen notieren

Verdächtige Muster erkennen

AusgabeMögliche Bedeutung
Hotels in der StadtTreffen mit jemand anderem
Restaurants zu Überstunden-ZeitenDinner-Date statt Arbeit
Schmuck, Parfüm (nicht für Sie)Geschenke für jemand anders
Ungewöhnlich hohe BargeldabhebungenSpuren verwischen

Grenzen beachten

  • Nur gemeinsame Konten – nicht die privaten Konten des Partners
  • Keine Bankauskünfte über den Partner einholen
  • Keine Manipulation von Kontodaten

Schritt 4: Zeugen identifizieren

Kurz: Zeugenaussagen sind vor Gericht verwertbar. Freunde, Nachbarn oder Kollegen können relevante Beobachtungen gemacht haben – aber fragen Sie diskret.

Mögliche Zeugen

  • Gemeinsame Freunde (vorsichtig – Loyalitätskonflikt)
  • Nachbarn
  • Kollegen des Partners
  • Hotelmitarbeiter (wenn Sie konkrete Hinweise haben)

Richtig vorgehen

  • Diskret fragen: Keine Gerüchte verbreiten
  • Offen bleiben: "Ist dir was aufgefallen?"
  • Dokumentieren: Wer hat was wann gesagt?
  • Nichts erzwingen: Zeugen müssen freiwillig aussagen

Schritt 5: Professionelle Hilfe einschalten

Kurz: Wenn Sie gerichtsverwertbare Beweise brauchen oder das Risiko der Selbstermittlung zu hoch ist, ist ein professioneller Detektiv die sicherste Wahl. Die Erstberatung ist kostenlos.

Wann ein Detektiv sinnvoll ist

SituationEmpfehlung
Sie brauchen Gerichtsbeweise✅ Detektiv
Eigene Ermittlung wurde bemerkt✅ Detektiv
Emotionale Belastung zu hoch✅ Detektiv
Nur Gewissheit für sich selbst⚖️ Abwägen
Kein konkreter Verdacht❌ Erst beobachten

Was ein Detektiv leistet

Eine professionelle Observation bei Untreue:

  1. Vorbereitung: Informationen zur Zielperson sammeln
  2. Observation: Diskrete Überwachung
  3. Dokumentation: Fotos, Videos, Protokolle
  4. Bericht: Gerichtsverwertbarer Abschlussbericht
  5. Aussage: Detektiv kann als Zeuge auftreten

Typischer Ablauf

Tag 1: Erstberatung (kostenlos)
       → Situation schildern, Machbarkeit prüfen

Tag 2-3: Vorbereitung
       → Informationen zusammentragen, Einsatz planen

Tag 4-8: Observation
       → 3-5 Tage diskrete Überwachung

Tag 9: Abschlussbericht
       → Ergebnisse, Fotos, Empfehlungen

Häufige Fehler bei der Beweissammlung

Kurz: Die größten Fehler sind illegale Methoden (Handy durchsuchen), zu frühe Konfrontation, emotionales Handeln und Selbstüberschätzung. Diese Fehler können Ihre Position erheblich schwächen.

Fehler 1: Illegale Methoden anwenden

Das Problem: Handy durchsuchen, E-Mails lesen, GPS-Tracker – alles illegal.

Die Konsequenzen:

  • Beweise vor Gericht wertlos
  • Sie machen sich selbst strafbar
  • Partner kann Sie anzeigen

Besser: Legal beschaffte Beweise sind weniger, aber verwertbar.

Fehler 2: Zu früh konfrontieren

Das Problem: Mit halbfertigen Beweisen konfrontieren.

Die Konsequenzen:

  • Partner streitet alles ab
  • Verhaltensänderung macht weitere Beweise schwerer
  • Emotionale Eskalation

Besser: Erst Beweise sichern, dann konfrontieren (oder direkt zum Anwalt).

Fehler 3: Emotional handeln

Das Problem: Wut, Trauer, Eifersucht vernebeln das Urteil.

Die Konsequenzen:

  • Fehler durch Unachtsamkeit
  • Überreaktion (Stalking, Gewalt)
  • Selbstschädigendes Verhalten

Besser: Unterstützung suchen, rational planen.

Fehler 4: DIY überschätzen

Das Problem: "Ich kann das selbst besser als ein Detektiv."

Die Konsequenzen:

  • Entdeckung durch den Partner
  • Illegale Handlungen aus Unwissen
  • Keine gerichtsverwertbaren Beweise

Besser: Ehrlich einschätzen, wann Profi-Hilfe sinnvoll ist.

Checkliste: Legale Beweissammlung

Kurz: Nutzen Sie diese Checkliste, um sicherzustellen, dass Sie nur legale Methoden verwenden und keine Fehler machen.

Vor der Beweissammlung

  • Rechtliche Grenzen verstanden
  • Ziel der Beweissammlung klar (Scheidung? Gewissheit?)
  • Emotionale Unterstützung organisiert
  • Budget für eventuelle Profi-Hilfe überlegt

Legale Methoden nutzen

  • Eigene Beobachtungen dokumentieren
  • Öffentliche Social-Media-Beiträge sichern
  • Gemeinsame Kontoauszüge prüfen
  • Fotos nur im öffentlichen Raum

Verbotene Methoden vermeiden

  • KEIN Handy/Computer durchsuchen
  • KEIN GPS-Tracking
  • KEINE heimlichen Aufnahmen
  • KEIN Einbruch in Konten/Profile

Bei Bedarf Hilfe holen

  • Kostenlose Erstberatung nutzen
  • Profi bei Bedarf beauftragen
  • Anwalt für rechtliche Fragen

Fazit: Beweise richtig sammeln

Die Versuchung ist groß, alle verfügbaren Mittel zu nutzen, um die Wahrheit herauszufinden. Aber illegale Beweise schaden mehr als sie nutzen – vor Gericht sind sie wertlos, und Sie machen sich strafbar.

Konzentrieren Sie sich auf legale Methoden: eigene Beobachtungen, öffentliche Informationen, gemeinsame Finanzdaten. Wenn Sie gerichtsverwertbare Beweise brauchen, ist ein professioneller Detektiv die sicherste und effektivste Lösung.

Unsicher, welche Beweise Sie brauchen? In einer kostenlosen Erstberatung klären wir Ihre Situation und zeigen Ihnen die besten Optionen.

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Häufige Fragen

Gerichtsverwertbar sind: Professionelle Observationsberichte mit Fotos/Videos aus dem öffentlichen Raum, Zeugenaussagen (auch von Detektiven), Kontoauszüge bei gemeinsamen Konten, öffentlich geteilte Social-Media-Inhalte und freiwillig überlassene Nachrichten.
Nein, ohne ausdrückliche Erlaubnis ist das Durchsuchen des Handys illegal (§ 202a StGB). Auch in der Ehe haben beide Partner ein Recht auf Privatsphäre. So gewonnene Beweise sind vor Gericht nicht verwertbar.
Fotos aus dem öffentlichen Raum (Straße, Restaurant, Park) sind erlaubt und verwertbar. Fotos durch Fenster in private Räume oder mit Teleobjektiv in Privatbereiche sind nicht erlaubt.
In Deutschland gilt das Zerrüttungsprinzip – Sie brauchen keinen Beweis für Ehebruch, um sich scheiden zu lassen. Beweise sind aber relevant für Unterhalts- und Sorgerechtsfragen sowie die Vermögensaufteilung.
Eine professionelle Observation kostet 800-1.500€ pro Tag. Für eine typische Untreue-Ermittlung mit 3-5 Observationstagen müssen Sie mit 2.500-5.000€ rechnen. Die Erstberatung ist kostenlos.
Risiken sind: Rechtliche Probleme durch illegale Methoden, Entdeckung durch den Partner (Beweise werden unmöglich), emotionale Belastung, keine Gerichtsverwertbarkeit von Amateurbeweisen und Gefahr der Eskalation.
Ja, professionelle Observationsberichte sind vor Gericht als Urkunden verwendbar. Zusätzlich kann der Detektiv als Zeuge aussagen. Voraussetzung: Die Beweise wurden legal beschafft.
Typischerweise 3-5 Observationstage über 1-2 Wochen. Die Dauer hängt von den Gewohnheiten der Zielperson, verfügbaren Informationen und dem gewünschten Beweisumfang ab.

Dieser Artikel ist Teil unserer Artikelserie:

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Quellen

Beweise EhebruchUntreue beweisenFremdgehen BeweisScheidung BeweiseObservation