"Muss ich wirklich einen Detektiv bezahlen, oder kann ich das auch selbst?" – eine verständliche Frage angesichts von Kosten im vierstelligen Bereich. Die ehrliche Antwort: Manchmal geht es selbst, oft aber nicht. Der entscheidende Unterschied liegt in den versteckten Kosten.
In diesem Vergleich erfahren Sie, was Eigenrecherche wirklich kostet, welche Risiken Sie eingehen und wann der Profi die bessere Investition ist.
Das Wichtigste im Überblick
- •Sichtbare Kosten: Detektiv teurer, DIY "gratis"
- •Versteckte Kosten: Zeit, Risiken, emotionale Belastung
- •Rechtliche Risiken: Laien überschreiten oft Grenzen
- •Erfolgsquote: Profis deutlich höher
- •Verwertbarkeit: DIY-Beweise oft unbrauchbar
- •Empfehlung: Bei rechtlicher Relevanz immer Profi
Der direkte Kostenvergleich
Kurz: Auf dem Papier ist Eigenrecherche günstiger. Aber wenn Sie alle Kosten einrechnen – Zeit, Risiken, potenzielle Schäden – kann der Detektiv die günstigere Wahl sein.
| Kostenfaktor | Detektei | Eigenrecherche |
|---|---|---|
| Direktkosten | 2.000-5.000€ | 0€ (auf dem Papier) |
| Zeitaufwand | Minimal | 20-100+ Stunden |
| Emotionale Belastung | Gering | Sehr hoch |
| Rechtliche Risiken | Keine | Möglich |
| Erfolgswahrscheinlichkeit | Hoch | Niedrig |
| Gerichtsverwertbarkeit | Ja | Fraglich |
Die versteckten Kosten der Eigenrecherche
Zeit: 20 Stunden Eigenrecherche × 50€ (Ihr Stundensatz) = 1.000€ "Arbeitskosten"
Fehlversuche: Erste Observation ohne Ergebnis, zweiter Versuch wird bemerkt = Alles umsonst
Emotionaler Stress: Schlaflose Nächte, Konzentrationsprobleme, Krankmeldungen?
Rechtliche Konsequenzen: Eine illegale Handlung kann Sie tausende Euro kosten + Vorstrafe
Was Sie selbst legal tun können
Kurz: Einige Ermittlungen können Sie selbst durchführen – solange Sie die rechtlichen Grenzen kennen und einhalten.
Legal: Was erlaubt ist
✅ Öffentlicher Raum:
- •Beobachtungen auf der Straße
- •Fotos von Personen im öffentlichen Raum
- •Notieren von Fahrzeugen und Kennzeichen
✅ Öffentliche Informationen:
- •Social-Media-Profile (öffentliche Posts)
- •Handelsregister, Grundbuch (wenn berechtigt)
- •Google-Recherche
✅ Freiwillige Auskünfte:
- •Gespräche mit Dritten, die freiwillig antworten
- •Fragen an gemeinsame Bekannte
Illegal: Was verboten ist
❌ Privatsphäre verletzen:
- •Handy, E-Mails, Computer durchsuchen
- •GPS-Tracker an fremdem Fahrzeug
- •Durch Fenster in Privaträume schauen/fotografieren
❌ Technische Überwachung:
- •Gespräche aufnehmen (§ 201 StGB)
- •Abhörgeräte installieren
- •Spyware auf Geräten
❌ Stalking-Verhalten:
- •Wiederholtes Verfolgen
- •Belästigendes Aufspüren
- •Kontaktieren von Dritten mit Druck
Die Risiken der Eigenrecherche
Kurz: Neben den rechtlichen Risiken gibt es praktische Probleme: Sie werden entdeckt, die Zielperson wird gewarnt, oder Sie erhalten Ergebnisse, die vor Gericht wertlos sind.
Risiko 1: Entdeckung
Was passiert, wenn die Zielperson Sie bemerkt:
- •Sie weiß, dass Sie misstrauisch sind
- •Verhalten wird angepasst (Treffen abgesagt)
- •Weitere Ermittlung wird unmöglich
- •Konfrontation ohne Beweise
Profis vermeiden das durch:
- •Erfahrung in Observation
- •Wechselnde Ermittler
- •Professionelle Ausrüstung
- •Sofortigen Abbruch bei Verdacht
Risiko 2: Emotionale Belastung
Selbst ermitteln bedeutet:
- •Stundenlang im Auto sitzen und warten
- •Die eigene Beziehung hinterfragen
- •Konfrontation mit schmerzlichen Wahrheiten
- •Keine professionelle Distanz
Profis bieten:
- •Objektive Bearbeitung
- •Keine emotionale Verstrickung
- •Sachliche Berichte
Risiko 3: Rechtliche Probleme
Aus Verzweiflung greifen viele zu illegalen Mitteln:
| Handlung | Konsequenz |
|---|---|
| Handy durchsuchen | § 202a StGB – Geldstrafe/Freiheitsstrafe |
| GPS-Tracker | § 238 StGB – bis 3 Jahre Freiheitsstrafe |
| Abhören | § 201 StGB – bis 3 Jahre Freiheitsstrafe |
| Beharrliches Verfolgen | § 238 StGB – Stalking-Vorwurf |
Risiko 4: Unverwertbare Ergebnisse
Selbst wenn Sie "Beweise" finden:
- •Illegal beschafft = vor Gericht wertlos
- •Unvollständig dokumentiert = keine Beweiskraft
- •Ohne Zeitstempel/Protokoll = anfechtbar
- •Als Betroffener = parteiisch erscheinend
Wann Eigenrecherche sinnvoll ist
Kurz: Bei einfachen Fragen, wo keine rechtlichen Konsequenzen drohen und Sie die emotionale Stärke haben, kann begrenzte Eigenrecherche funktionieren.
Geeignete Situationen
✅ Hintergrundinformationen sammeln:
- •Wer ist diese neue Person im Leben Ihres Partners?
- •Öffentliche Social-Media-Recherche
✅ Basisinformationen für Detektiv:
- •Arbeitszeiten notieren
- •Bekannte Treffpunkte auflisten
- •Fahrzeug-Details zusammentragen
✅ Keine rechtlichen Folgen geplant:
- •Sie wollen nur Gewissheit für sich
- •Keine Scheidung/Kündigung geplant
Nicht geeignet
❌ Wenn gerichtsverwertbare Beweise nötig sind ❌ Wenn Sie emotional zu belastet sind ❌ Wenn die Zielperson bereits misstrauisch ist ❌ Wenn es um größere Werte geht (Haus, Unterhalt)
Die smarte Kombination
Kurz: Oft ist eine Kombination am effektivsten: Sie liefern Basisinformationen, der Detektiv führt die eigentliche Ermittlung durch.
So funktioniert es
Sie liefern:
- •Arbeitszeiten und -ort der Zielperson
- •Bekannte Gewohnheiten (Sport, Ausgehen)
- •Fahrzeug-Details (Marke, Farbe, Kennzeichen)
- •Vermutete Zeitfenster für Treffen
Der Detektiv macht:
- •Professionelle Observation
- •Diskrete Verfolgung
- •Beweissichere Dokumentation
- •Gerichtsverwertbare Berichte
Kostenersparnis
- •Weniger Recherchezeit für Detektiv
- •Gezielterer Einsatz
- •Schnellere Ergebnisse
- •Oft 20-30% günstiger
Die ehrliche Empfehlung
Kurz: Wenn es um mehr geht als reine Neugier – wenn Konsequenzen drohen, Beweise nötig sind oder Ihre Psyche leidet – ist der Profi fast immer die bessere Wahl.
Detektiv empfohlen bei:
| Situation | Grund |
|---|---|
| Scheidung mit Streit | Beweise müssen gerichtsfest sein |
| Arbeitsrecht (Kündigung) | Fehler können teuer werden |
| Hohe emotionale Belastung | Sie brauchen Distanz |
| Zielperson ist vorsichtig | Profi-Erfahrung nötig |
| Größere Vermögenswerte | Zu viel auf dem Spiel |
DIY akzeptabel bei:
| Situation | Bedingung |
|---|---|
| Reine Gewissheit | Keine rechtlichen Folgen |
| Einfache Recherche | Nur öffentliche Infos |
| Starke Psyche | Emotionale Stabilität |
| Keine Zeitdruck | Wenn es nicht eilt |
Fazit: Was ist wirklich günstiger?
Der vermeintliche Preisvorteil der Eigenrecherche löst sich oft in Luft auf, wenn Sie alle Kosten betrachten: Zeit, Stress, Risiken und das Potenzial, alles zu verschlimmern.
Ein guter Detektiv kostet Geld – aber er liefert Ergebnisse, die Sie brauchen können. Manchmal ist "billig" am Ende teurer.
Unsicher, was für Sie richtig ist? In der kostenlosen Erstberatung helfen wir Ihnen, die beste Strategie zu finden – auch wenn das bedeutet, dass Sie keinen Detektiv brauchen.
Häufige Fragen
Dieser Artikel ist Teil unserer Artikelserie:
Quellen
- § 202a StGB - Ausspähen von Daten – Strafbarkeit illegaler Methoden
- § 201 StGB - Vertraulichkeit des Wortes – Strafbarkeit heimlicher Aufnahmen
- Wikipedia - Privatdetektiv – Allgemeine Informationen zum Berufsbild